Influencer-Analyse

10 Kriterien zur Influencer-Analyse

Aller Anfang ist schwer: Mit täglich mehreren hundert Millionen Nutzern gehört Instagram zu den aktivsten sozialen Netzwerken unserer Zeit. Das ist für Marken Fluch und Segen zugleich. Wie können unter der Vielzahl an Profilen die vielversprechendsten identifiziert werden? Wir haben nachfolgend 10 Kriterien zusammengefasst, die bei der Influencer-Analyse helfen:

  1. Marken-Fit
    Gehört der Influencer zur Zielgruppe? Passen Alltag, Werte und Persönlichkeit, die der Influencer über seine Kanäle transportiert, zum Image der Marke? Sind diese Voraussetzungen gegeben, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich der Influencer mit der Marke identifizieren kann – und ebenso seine Follower.
  2. Reichweite
    Wieviele Nutzer folgen dem Influencer? Hier ist Vorsicht geboten: Hohe Reichweite bedeutet nicht gleich hohen Erfolg. So genannte Micro Influencer haben in ihrer Nische mitunter deutlich weniger Follower, dafür aber eine umso engere Bindung an die Nutzerschaft. Eine Streuung über kleinere Reichweiten mit homogenen Abonnenten-Gruppen vermag auch ein höheres Re-Targeting für die Marke zu erzielen.
  3. Interaktionsrate
    Die Interaktionsrate ist ein erster Indikator für den Austausch zwischen Influencer und Follower. Sind die meisten Follower nur passive Betrachter (womit auch die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass Instagram die Postings des Influencers als „relevant“ für den Nutzer ansehen wird) oder zeigen sie per Like und / oder Kommentar aktives Interesse? Die Interaktionsrate entlarvt somit auch Fake-Follower.
  4. Wachstum
    Idealerweise gehen Marken frühzeitig eine Bindung mit Influencern ein. Wenn sowohl Influencer als auch Marken gemeinsam wachsen, stärkt das die Glaubwürdigkeit und das gegenseitige Vertrauen. Abläufe werden zunehmend eingespielter, die Reichweiten größer, die Möglichkeiten breiter. Die Wachstumsrate spiegelt somit das Potenzial für die Zukunft wider.
  5. Followerschaft
    Ein gut ausgewählter Influencer kann die Produktwelt einer Marke nur dann wirksam transportieren, wenn auch seine Abonnenten zur Zielgruppe gehören. Postet der Influencer seine Beiträge auf Englisch, stammt vermutlich auch ein Großteil seiner Abonnenten aus dem englischsprachigen Raum. Ebenfalls hilfreich ist die Analyse der Kommentare: In welchem Umfeld bewegen sich kommentierende Abonnenten? Woher stammen sie? Dazu reicht ein kurzer Klick auf die jeweiligen Profile hinter den Kommentaren.
  6. Kommentare
    Apropos Kommentare: Diese sind auch ausschlaggebend für das Engagement von Influencer und Abonnenten. Klassischerweise gilt: Ein Kommentar ist mehr wert als ein Like und ein Like mehr wert als das bloße Betrachten des Postings. Bringen sich die Follower aktiv unter den Postings ein? Wie ist das Verhältnis von Likes zu Kommentaren? Wie aktiv bringt sich auch der Influencer ein? Hierüber lassen sich auch Fake-Abonnenten entlarven. Generische, häufig englische Kommentare wie „top“, „beautiful“ oder „keep it up“ unter Postings deutscher Influencer sind ein klares Signal.
  7. Bestehende Kooperationen
    Inwieweit hat sich der Influencer bereits an Wettbewerber gebunden? Vorkenntnisse mit ähnlichen Produkten sind positiv und lassen gute Schlüsse auf die Resonanz unter den Followern zu. Häufige Postings mit Produkten der Konkurrenz deuten hingegen auf Exklusivität hin – und würden die Glaubwürdigkeit für alle Beteiligten mindern, sollte plötzlich ein Wettbewerber mit um die Platzierungen im Account kämpfen.
  8. Qualität der Postings
    Ein sehr hoher Anteil an breiten, lieblosen Produktplatzierungen deutet darauf hin, dass der Influencer seine Reichweite leichtfertig verkauft. Das mindert sukzessive die Glaubwürdigkeit und damit das Vertrauen der Follower. Entscheidend ist die Bindung des Influencers an wenige, passende Marken, ehrliche und ausführliche Empfehlungen, generell hohe Aktivität sowie starke Bilder – und das alles in einem gesunden Verhältnis zwischen Alltags-Postings und Sponsorings.
  9. Vielfalt der Kanäle
    Welche sozialen Kanäle bietet der Influencer über Instagram hinaus? Je mehr Kanäle bedient werden, desto größer auch die Reichweite bzw. das Re-Targeting innerhalb der Zielgruppe. So bieten Snapchat bzw. Instagram Stories eine ideale Möglichkeit, um der „perfekten“ Bildwelt von Instagram die nötige Tiefe zu verleihen.
  10. Einzigartigkeit
    Nur wenige Influencer schaffen es Reichweiten-technisch bis ganz an die Spitze. Der Schlüssel: Einzigartigkeit in Typ und Stil. Schafft es der Influencer, seine Nutzer auch langfristig zu binden? Was hebt ihn von der Masse ab? Wer die Einzigartigkeit eines Influencers frühzeitig erkennt, kann von einer langlebigen, gesunden Beziehung profitieren.

Diese Punkte sind weder bindend noch allumfassend. Wer sie jedoch als Orientierungshilfe nimmt, kann seine Trefferquote deutlich erhöhen – und damit zuversichtlich zur eigentlichen Ansprache der Influencer übergehen.

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